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Zwangsvollstreckung & Privatinsolvenz

Pfändungs- und Überweisungsbeschluss

Ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss im Briefkasten ist ein Schock – vor allem, wenn plötzlich dein Konto blockiert ist. Keine Panik: Das Schreiben ist unangenehm, aber du kannst jetzt gezielt handeln.

Was bedeutet das?

Ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss ist eine gerichtliche Entscheidung, mit der ein Gläubiger auf dein Vermögen zugreifen darf, weil du eine Forderung nicht bezahlt hast. Er wird meist vom Amtsgericht auf Antrag des Gläubigers erlassen und an deinen Arbeitgeber, deine Bank oder eine andere Stelle geschickt, bei der du Geld zugute hast. Der Beschluss besteht aus zwei Teilen: Die Pfändung sperrt den Anspruch, die Überweisung leitet ihn an den Gläubiger weiter. Am häufigsten trifft es Girokonten (Kontopfändung) oder das Gehalt (Lohnpfändung).

Was solltest du jetzt tun?

  1. 1Prüfe genau, wer der Gläubiger ist und ob die Forderung tatsächlich berechtigt und korrekt berechnet ist
  2. 2Wenn dein Konto betroffen ist, wandle es sofort bei deiner Bank in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) um, damit ein Grundfreibetrag geschützt bleibt
  3. 3Bei Lohnpfändung informiere dich über die aktuellen Pfändungsfreigrenzen, die von deinem Nettoeinkommen und Unterhaltspflichten abhängen
  4. 4Kontaktiere bei Zweifeln an der Forderung oder Fehlern im Beschluss zeitnah eine Schuldnerberatung oder eine Anwaltskanzlei
  5. 5Prüfe, ob eine Ratenzahlung oder ein Vergleich mit dem Gläubiger möglich ist, um die Pfändung zu beenden

Welche Fristen gelten?

Ein Widerspruch gegen die Art und Weise der Pfändung (Erinnerung) ist grundsätzlich möglich, sollte aber so schnell wie möglich erfolgen, da die Bank oder der Arbeitgeber sonst weiter an den Gläubiger auszahlt. Die Umwandlung in ein P-Konto solltest du in jedem Fall sofort veranlassen, da sie nicht rückwirkend für bereits abgebuchte Beträge wirkt.

Was passiert, wenn du nicht reagierst?

Reagierst du nicht, bleibt dein Konto ohne Schutz gesperrt und laufende Zahlungen wie Miete oder Strom können nicht mehr abgebucht werden. Ohne P-Konto-Umwandlung wird dein gesamtes Guthaben bis zur Höhe der Forderung an den Gläubiger ausgezahlt, was schnell zu weiteren finanziellen Engpässen führt.

Häufige Fragen

Was ist ein P-Konto und wie schnell wird es aktiv?

Ein P-Konto ist ein normales Girokonto mit eingebautem Pfändungsschutz. Deine Bank ist verpflichtet, ein bestehendes Konto auf Antrag in ein P-Konto umzuwandeln, das gilt in der Regel ab dem übernächsten Werktag nach dem Antrag.

Wie viel Geld darf mir bei einer Kontopfändung nicht weggenommen werden?

Auf einem P-Konto ist ein Grundfreibetrag automatisch geschützt, der sich nach der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung richtet und bei Unterhaltspflichten oder Kindergeld höher ausfallen kann.

Kann ich gegen einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss vorgehen?

Ja, gegen die zugrunde liegende Forderung oder gegen die Art der Pfändung kannst du unter bestimmten Voraussetzungen Erinnerung oder Vollstreckungsschutzanträge beim zuständigen Gericht stellen, am besten mit fachlicher Unterstützung.

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Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei rechtlich relevanten Schreiben empfehlen wir zusätzlich einen Fachanwalt oder eine Beratungsstelle.