Versorgungsamt & Pflegekasse
Feststellungsbescheid Grad der Behinderung (GdB)
Ein Brief vom Versorgungsamt mit vielen Fachbegriffen und einer Zahl darin kann erstmal verunsichern. Keine Sorge – wir erklären dir Schritt für Schritt, was der Feststellungsbescheid bedeutet und worauf es jetzt ankommt.
Was bedeutet das?
Der Feststellungsbescheid kommt vom Versorgungsamt (in manchen Bundesländern auch Landesamt für Soziales oder Zentrum Bayern Familie und Soziales genannt), nachdem du einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung gestellt hast. Darin steht, welchen Grad der Behinderung (GdB) das Amt bei dir festgestellt hat – eine Zahl zwischen 0 und 100 in Zehnerschritten. Zusätzlich können sogenannte Merkzeichen vergeben werden, zum Beispiel „G“ für eine erhebliche Gehbehinderung oder „B“ für die Berechtigung einer Begleitperson. Die Höhe des GdB entscheidet darüber, ob du als schwerbehindert giltst (ab GdB 50) und welche Nachteilsausgleiche dir zustehen, etwa Steuerfreibeträge oder besonderer Kündigungsschutz. Grundlage der Entscheidung sind meist ärztliche Gutachten und die Unterlagen, die du mit deinem Antrag eingereicht hast.
Was solltest du jetzt tun?
- 1Lies den Bescheid genau durch und prüfe, welcher GdB und welche Merkzeichen festgestellt wurden
- 2Vergleiche die im Bescheid genannten Gesundheitsstörungen mit deinen tatsächlichen Beschwerden – fehlt etwas Wichtiges?
- 3Bei GdB ab 50 kannst du beim Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweis beantragen, falls das nicht automatisch geschieht
- 4Wenn du mit der Einstufung nicht einverstanden bist, kannst du innerhalb der Frist schriftlich Widerspruch einlegen und diesen begründen
- 5Hol dir bei Unsicherheit Unterstützung, etwa beim Sozialverband VdK, SoVD oder einer Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung
Welche Fristen gelten?
Für einen Widerspruch gegen den Feststellungsbescheid hast du in der Regel einen Monat Zeit ab Zustellung des Bescheids. Das genaue Datum und die Widerspruchsfrist stehen in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Bescheids – prüfe sie sorgfältig.
Was passiert, wenn du nicht reagierst?
Wenn du die Widerspruchsfrist verstreichen lässt, wird der festgestellte GdB bindend und du kannst ihn später nur noch über einen neuen Antrag (Verschlimmerungsantrag) ändern lassen, falls sich dein Gesundheitszustand verschlechtert. Ein verpasster Widerspruch bedeutet also nicht automatisch dauerhaften Nachteil, macht eine spätere Korrektur aber schwieriger und langwieriger.
Häufige Fragen
Ab welchem GdB gilt man als schwerbehindert?
In der Regel giltst du ab einem GdB von 50 als schwerbehindert und kannst einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Bei einem GdB zwischen 30 und 45 ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen möglich.
Was mache ich, wenn der GdB im Bescheid zu niedrig festgesetzt wurde?
Du kannst innerhalb der im Bescheid genannten Frist schriftlich Widerspruch einlegen und begründen, warum du die Einstufung für zu niedrig hältst. Am besten legst du zusätzliche ärztliche Unterlagen bei, die deine Beschwerden belegen.
Wie lange dauert es, bis das Versorgungsamt über den Widerspruch entscheidet?
Das ist unterschiedlich und hängt oft von der Auslastung des jeweiligen Amtes ab, meist dauert es mehrere Wochen bis Monate. Falls das Amt zusätzliche Gutachten einholen muss, kann sich die Bearbeitung weiter verzögern.
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Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei rechtlich relevanten Schreiben empfehlen wir zusätzlich einen Fachanwalt oder eine Beratungsstelle.