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Versorgungsamt & Pflegekasse

Pflegegrad-Bescheid

Nach dem Besuch des Gutachters kommt endlich der Bescheid – und mit ihm viele Fragen. Wir erklären dir, was der Pflegegrad-Bescheid genau bedeutet und wie du die nächsten Schritte angehst.

Was bedeutet das?

Dieser Bescheid kommt von deiner Pflegekasse, meist direkt bei deiner Krankenkasse angesiedelt, nachdem ein Gutachter des Medizinischen Dienstes (MD) oder von Medicproof deine Selbstständigkeit im Alltag begutachtet hat. Im Bescheid steht, welcher Pflegegrad – von 1 bis 5 – bei dir oder deinem Angehörigen festgestellt wurde. Der Pflegegrad entscheidet darüber, welche Geld- und Sachleistungen zustehen, etwa Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag oder Zuschüsse für Umbaumaßnahmen in der Wohnung. Grundlage ist das Gutachten, das Punkte in verschiedenen Lebensbereichen wie Mobilität, Selbstversorgung und kognitiven Fähigkeiten vergibt und daraus den Pflegegrad ableitet.

Was solltest du jetzt tun?

  1. 1Prüfe im Bescheid, welcher Pflegegrad festgestellt wurde und ab welchem Datum er gilt
  2. 2Fordere bei der Pflegekasse das ausführliche Gutachten an, falls es dem Bescheid nicht beilag
  3. 3Kläre, welche Leistungen dir konkret zustehen, etwa über die Pflegeberatung deiner Kasse
  4. 4Beantrage bei Bedarf einen Vorsorge- oder Entlastungsbetrag rückwirkend, falls du diesen noch nicht genutzt hast
  5. 5Wenn dir der Pflegegrad zu niedrig erscheint, lege innerhalb der Frist schriftlich Widerspruch ein

Welche Fristen gelten?

Für einen Widerspruch gegen den Pflegegrad-Bescheid hast du in der Regel einen Monat Zeit ab Zustellung. Leistungen wie Pflegegeld werden meist rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung gezahlt, nicht erst ab Bescheiddatum – prüfe das im Bescheid.

Was passiert, wenn du nicht reagierst?

Wird die Widerspruchsfrist versäumt, gilt der festgestellte Pflegegrad als bindend und lässt sich nur über einen neuen Antrag bei Verschlechterung der Pflegesituation ändern. Dadurch können Leistungen wie ein höheres Pflegegeld oder mehr Sachleistungen für die Übergangszeit verloren gehen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis die Pflegekasse über den Antrag entscheidet?

Die Pflegekasse muss in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragseingang entscheiden, bei Palliativsituationen deutlich schneller. Wird diese Frist überschritten, kann unter Umständen eine Pauschale fällig werden, die du bei der Kasse nachfragen kannst.

Was tun, wenn der Pflegegrad zu niedrig eingestuft wurde?

Du kannst innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen und solltest dabei möglichst konkret beschreiben, in welchen Alltagsbereichen mehr Unterstützung nötig ist als im Gutachten angenommen. Es hilft, ein Pflegetagebuch zu führen und dieses beizulegen.

Ab wann wird das Pflegegeld gezahlt?

Die Leistungen werden in der Regel rückwirkend ab dem Monat gezahlt, in dem der Antrag bei der Pflegekasse gestellt wurde, nicht erst ab dem Datum des Bescheids. Es lohnt sich daher, einen Antrag möglichst früh zu stellen, auch formlos und telefonisch.

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Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei rechtlich relevanten Schreiben empfehlen wir zusätzlich einen Fachanwalt oder eine Beratungsstelle.