Miete & Vermieter
Abmahnung durch den Vermieter
Eine Abmahnung vom Vermieter fühlt sich schnell nach einer ernsten Bedrohung an. In den meisten Fällen ist sie aber vor allem eine Warnung, die dir die Chance gibt, dein Verhalten zu ändern.
Was bedeutet das?
Mit einer Abmahnung weist dich der Vermieter schriftlich auf ein vermeintliches Fehlverhalten hin, zum Beispiel wiederholte Lärmbelästigung, unerlaubte Tierhaltung, Zahlungsrückstände oder Vertragsverletzungen wie eine nicht genehmigte Untervermietung. Die Abmahnung ist meist die Vorstufe zu einer Kündigung, denn bei vielen Kündigungsgründen muss der Vermieter dich vorher abmahnen, damit du die Möglichkeit hast, dein Verhalten zu ändern. Ohne vorherige Abmahnung ist eine spätere Kündigung aus demselben Grund oft nicht wirksam.
Was solltest du jetzt tun?
- 1Lies genau, welches konkrete Verhalten dir vorgeworfen wird und ob Datum, Uhrzeit oder Vorfall nachvollziehbar beschrieben sind
- 2Prüfe, ob der Vorwurf zutrifft, und wenn ja, ändere dein Verhalten möglichst umgehend
- 3Wenn du den Vorwurf für falsch oder übertrieben hältst, antworte schriftlich und sachlich mit deiner Sicht der Dinge
- 4Sammle eigene Beweise wie Zeugen, Fotos oder ein Lärmprotokoll, falls es zu weiteren Auseinandersetzungen kommt
- 5Bei wiederholten oder unberechtigten Abmahnungen lass dich von einem Mieterverein oder einer Rechtsberatung unterstützen
Welche Fristen gelten?
Eine gesetzliche Frist zur Reaktion auf eine Abmahnung gibt es meist nicht, du solltest aber möglichst zeitnah reagieren, vor allem wenn der Vermieter eine Frist zur Verhaltensänderung setzt. Bei einer Zahlungsabmahnung solltest du offene Beträge so schnell wie möglich begleichen.
Was passiert, wenn du nicht reagierst?
Ignorierst du die Abmahnung und das beanstandete Verhalten wiederholt sich, kann der Vermieter eine Kündigung aussprechen, bei besonders schweren Fällen sogar fristlos. Auch wenn eine einzelne Abmahnung noch keine Kündigung bedeutet, kann sie im Streitfall später als Beweis für ein wiederholtes Fehlverhalten dienen.
Häufige Fragen
Muss ich auf eine Abmahnung vom Vermieter antworten?
Eine Antwortpflicht gibt es nicht, aber eine sachliche schriftliche Stellungnahme kann helfen, Missverständnisse zu klären und deine Sicht zu dokumentieren.
Kann eine Abmahnung direkt zur Kündigung führen?
Nicht die Abmahnung selbst, aber wenn sich das beanstandete Verhalten wiederholt, kann der Vermieter danach kündigen.
Was tun, wenn die Abmahnung ungerechtfertigt ist?
Widersprich schriftlich mit deiner Version der Ereignisse und sammle, wenn möglich, Beweise oder Zeugen für deine Darstellung.
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Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei rechtlich relevanten Schreiben empfehlen wir zusätzlich einen Fachanwalt oder eine Beratungsstelle.