Miete & Vermieter
Mieterhöhungsverlangen
Post vom Vermieter mit einer geforderten Mieterhöhung macht selten Freude. Aber du musst nicht sofort zustimmen, du hast Zeit und Rechte, um die Forderung in Ruhe zu prüfen.
Was bedeutet das?
Ein Mieterhöhungsverlangen ist ein Schreiben deines Vermieters, mit dem er deine Zustimmung zu einer höheren Miete einholen möchte, meist mit Verweis auf die ortsübliche Vergleichsmiete oder den Mietspiegel. Anders als bei einer Nebenkostennachforderung wird die Miete dadurch nicht automatisch erhöht, sondern der Vermieter braucht dafür grundsätzlich deine Zustimmung. Verweigerst du sie, kann der Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen auf Zustimmung klagen. Das Schreiben muss bestimmte Formvorgaben erfüllen, etwa eine nachvollziehbare Begründung, damit es überhaupt wirksam ist.
Was solltest du jetzt tun?
- 1Prüfe, ob das Schreiben schriftlich erfolgt ist und eine Begründung enthält, etwa durch Mietspiegel, Vergleichswohnungen oder ein Gutachten
- 2Kontrolliere, ob die Kappungsgrenze eingehalten wurde, die Miete darf innerhalb von drei Jahren meist nicht um mehr als 20 Prozent steigen, in manchen Städten liegt die Grenze bei 15 Prozent
- 3Vergleiche die geforderte Miete mit dem aktuellen Mietspiegel deiner Stadt oder Gemeinde, falls vorhanden
- 4Überlege, ob du ganz, teilweise oder gar nicht zustimmst, und antworte schriftlich fristgerecht
- 5Bei Unsicherheit lass das Schreiben von einem Mieterverein oder einer Rechtsberatung prüfen, bevor du unterschreibst
Welche Fristen gelten?
Du hast Zeit bis zum Ablauf des zweiten Kalendermonats nach Zugang des Schreibens, um zuzustimmen. Stimmst du in dieser Zeit nicht zu, kann der Vermieter in den folgenden drei Monaten auf Zustimmung klagen.
Was passiert, wenn du nicht reagierst?
Reagierst du gar nicht und die Erhöhung war formal korrekt, kann der Vermieter nach Ablauf der Überlegungsfrist gerichtlich auf Zustimmung klagen. Stimmst du dagegen ausdrücklich zu, gilt die neue Miete ab dem im Schreiben genannten Zeitpunkt als vereinbart, eine spätere Rücknahme ist dann kaum mehr möglich.
Häufige Fragen
Muss ich einer Mieterhöhung sofort zustimmen?
Nein, du hast bis zum Ende des zweiten Monats nach Zugang des Schreibens Zeit, um die Erhöhung zu prüfen und zu antworten.
Kann ich eine Mieterhöhung einfach ablehnen?
Ja, du kannst widersprechen, dann kann der Vermieter aber unter bestimmten Voraussetzungen auf Zustimmung klagen, wenn die Erhöhung formal korrekt begründet ist.
Wie hoch darf eine Mieterhöhung maximal sein?
Innerhalb von drei Jahren darf die Miete meist um höchstens 20 Prozent steigen, in vielen angespannten Wohnungsmärkten gilt eine Grenze von 15 Prozent.
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Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei rechtlich relevanten Schreiben empfehlen wir zusätzlich einen Fachanwalt oder eine Beratungsstelle.